21.10.2015

Rückblick: Erste eCub-Projektrunde

Zahlen lügen nicht und sie zaubern mitunter ein Staunen in Gesichter. Eine Lehrstunde für diese Erkenntnis war der Abschluss der ersten eClub-Runde. Florian Unger vom Energiereferat präsentierte den Teilnehmern ein sattes Minus, dass die meisten freudig stimmte: Um 21,9 Prozent haben sie ihren Stromverbrauch im Durchschnitt heruntergefahren.

„Das ist eine überdurchschnittliche Quote“, zog Unger Bilanz nach einem Jahr. Nahezu alle Haushalte, die an der Kampagne des Energiereferates teilnahmen, haben in mehr oder minder großen Schritte ihren Stromverbrauch zurückgefahren. Von einigen Ausreißern abgesehen, pendelte das Minus zwischen 20 und 40 Prozent. Und eine weitere Zahl ließ die Teilnehmer bei ihrem Treffen in einem Konferenzraum des Caritasverbandes genüsslich schmunzeln: Im Durchschnitt sparte jedes eClub-Mitglied 649 Kilowattstunden Strom, was sich in der Haushaltskasse mit einem Ausgaben-Minus in Höhe von 181 Euro niederschlägt.

„Gemeinsam haben sie so viel gespart, wie elf Haushalte in einem Jahr verbrauchen“, brachte Unger die Zahlen der 62 Haushalte in ein Verhältnis. Richtig plastisch wurde sein Vortrag, als er die Ersparnis in alltägliche Handlungen umrechnete: Knapp 6400 Badewannen lassen sich mit der eingesparten Energie mit warmem Wasser füllen. „Damit können neun Menschen lebenslang baden“, sagte Unger und fügte noch ein Beispiel an: Eine Waschmaschine schlage pro Jahr mit einem Verbrauch von etwa 150 Kilowattstunden zu Buche, also ließe sie sich mit der eingesparten Energie 241 Jahre betreiben.

Um auf diese stattliche Drehzahl zu kommen, hatte die Stadt Anschubhilfe in Form von Zuschüssen für Neuanschaffungen geleistet. Nach den Besuchen der Energieberater waren zuhauf Kühl- und Gefriergeräte aber auch Leuchtmittel, Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler sowie Herd- und Backöfen auf der Liste der Stromfresser. Die rund 90 Förderanträge wurden mit Zuschüssen von etwa 4000 Euro bedacht. Insgesamt wurden neue Geräte im Wert von 14000 Euro angeschafft.

Doch mit den Geräten alleine war es nicht getan. „Das Thema ist jetzt tief in uns drin, da bekommt man richtig Ehrgeiz“, sagt eine Teilnehmerin des eClubs. So erging es auch Michael Weber, dessen Sparbemühungen mit einem von Energiereferat gestalteten Energie-Oscar belohnt wurden. Die golden schimmernde Glühbirne in der Hand, war Weber sichtlich überrascht, denn „damit habe ich nicht gerechnet“. Er habe sich eine neue Waschmaschine zugelegt, den Hauptteil macht er jedoch aus in „vielen Kleinigkeiten, auf die ich jetzt im Alltag achte“. Als Beispiel nannte er den WLAN-Router, dessen Schalter er seither regelmäßig auf „off“ stellt. Mit all diesen Bausteinen schraubte er seinen Verbrauch um 62 Prozent zurück, was 928 Kilowattstunden entspricht.

Mit 44 Prozent im Verhältnis weniger, aber an Kilowattstunden erheblich mehr, hat das Ehepaar Christine Schwab und Michael Schmitt gespart – und das, obwohl beide in einer neuen, 30 Quadratmeter größeren Wohnung leben, in der es auch kein Gas mehr gibt zum Kochen, was die Stromrechnung belastet. Doch die neue Küche mit sparsamen Geräten und die Umstellung der Beleuchtung auf LED schlugen mit 1461 Kilowattstunden weniger zu Buche – und ebenfalls mit einem Energie-Oscar. Die Trophäe hat auch einen Platz bei Gabriele Becker erklommen, die in der Summe der gesparten Kilowattstunden den ersten Platz belegt: 1986 Kilowattstunden waren es weniger, der Verbrauch ging somit um 41 Prozent zurück. Die Ursache dafür ist für Gabriele Becker eindeutig: „Wir haben zwei Homeoffice und da braucht es einiges an Licht.“ Alleine in einem Raum gab es ein Dutzend klassischer 60-Watt-Birnen. Die sind nun weg. Und der Tausch gegen LEDs schlug zu Buche. Ebenfalls deutlich um jeweils 37 Prozent reduziert haben ihren Verbrauch Christine Seelig und Anita Priller. Während es auch für sie goldene Energie-Oscars gab, bekam in Anklang an die Goldene Himbeere im Filmgeschäft Familie Heinz eine pinkfarbene Birne: Ihr Haushalt gehört zu jenen acht von insgesamt 62, in denen keine Einsparung nachzuweisen war. Bei Familie Heinz waren ein Trockner und das E-Bike der Tochter hinzugekommen, und beide Anschaffungen fordern ihren Tribut: der Verbrauch stieg um 11 Prozent.

Dass die kein Anlass war, die Mundwinkel sinken zu lassen, dafür sorgte schon Martin Buchholz. Das Energiereferat hatte den Physiker der TU Braunschweig eingeladen, denn er ist ein Fachmann in Sachen Energie und zugleich Deutscher Meister im Science Slam. Den Mitgliedern des eClubs brachte er Grundsätze der Energiegesetze dermaßen launig nahe, dass es sich nicht beschreiben lässt – nur ansehen, und zwar hier: www.youtube.com.

Fotos von der Abschlussveranstaltung finden sich in unserem Flickr-Fotostream.